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Presseerklärung der MKTW Event GmbH & Co. X-Citer KG, 02.09.2002:
Stadt Peine verhindert 20 neue Arbeitsplätze
Während in Berlin die von Bundeskanzler Gerhard Schröder einberufene "Hartz-Kommission"
neue Konzepte zur Arbeitsmarktförderung vorstellt, verbauen
Entscheidungsträger im kommunalen Bereich uns jungen Existenzgründern alle
Möglichkeiten, nach Monaten intensiver Gründungsarbeit die gewerbliche
Tätigkeit aufzunehmen. Ebenso betroffen:
Bis zu zwanzig neue Arbeitsplätze.
Wir sind enttäuscht: Akribisch haben wir über Monate hinweg alle Hebel in
Bewegung gesetzt, um auf solider Basis eine Existenz zu begründen, alle
Signale standen - zumindest mündlich - auf grün, angeblich wäre ein
endgültiger Startschuß nur noch Formsache gewesen und dann dies: Der Stadt
Peine, insbesondere Herrn Langeheine, paßt die von uns gewählte Rechtsform,
eine GmbH & Co. KG, nicht.
Was ist passiert? Nach der Zwangsschließung der Discothek "Orbit" im
Lehmkuhlenweg 57, Peine, strebte unser bereits im Bereich der Vermietung von
Licht- und Tontechnik tätige Geschäftsführer Manfred Klose, den Betrieb des
Objektes an, das er schon durch den Verleih der Veranstaltungstechnik an den
bisherigen Betreiber kannte. Da der Orbit Veranstaltungs GmbH durch die
Zwangsschließung sofort jegliche wirtschaftliche Grundlage entzogen wurde,
blieb er als Hauptgläubiger der Gesellschaft auf fünfstelligen Forderungen
sitzen. Nun wollte er zumindest einen Teil dieses Geldes zukünftig dadurch
erwirtschaften, daß er im gleichen Objekt ein Veranstaltungszentrum ins
Leben ruft. Genügend Erfahrung dazu hat er in seiner bisherigen,
zehnjährigen Tätigkeit sammeln können. Veranstaltungen unterschiedlichster
Ausrichtung sind immer gelungen und sogar ausgezeichnet worden; sein bisher
größter Erfolg: Der 3. Platz beim Prinz-Nightlife-Award in Hannover im Jahre
2000.
Im Rahmen
seines Einzelgewerbes beantragte er bereits am 18. März eine Konzession. Die
gesetzlich geforderten Unterlagen waren vollständig und ohne Makel! Im
Rahmen dieses Antrages kündigte er bereits an, eine GmbH & Co. KG gründen zu
wollen, schließlich hatten ihm zu diesem Schritt Steuerberater und Notar
geraten. Die Konzession wurde damals wegen eines Einspruchs zu einem
Verfahren im Rahmen der Orbit-Schließung abgelehnt.
Im April 2002 erhielt die Orbit GmbH vom Eigentümer der Immobilie die
fristlose Kündigung wegen der Nichtzahlung von mehr als 3 Monatsmieten.
Formal wäre so für Klose der Weg zur Konzession frei gewesen, da die Orbit
GmbH selbst bei einem etwaig erfolgreichen Bestreiten des Rechtsweges nie
wieder in das Objekt gekommen wäre. Dennoch wurde zunächst der Weg der
Gründung der MKTW Event GmbH & Co. X-Citer KG verfolgt, um nach erfolgter
Eintragung und Beibringung aller Unterlagen für die neue Gesellschaft gleich
eine endgültige Konzession zu erhalten.
Ziel war es, der Stadtverwaltung gute Argumente in die Hand zu geben, auch
etwaigen Kritikern gegenüber, die Erteilung einer Konzession rechtfertigen
zu können. Das Vorgehen bei der Gründung sowie alle anderen Vorgänge
erfolgten entsprechend akribisch und auf eine konservative und schon fast
archaische Art und Weise.
Während der gesamten Zeit bestand Rückendeckung durch die Fa. Immobilien
Merten, Dortmund, die seit der Zwangsversteigerung des "A2" Eigentümerin des
Objektes ist. Der Inhaber, Jörg Merten, sprach noch Anfang August mit den
Herren Langeheine, Laufer und Baars der Stadt Peine und erhielt die Zusage,
daß nach dem 19. August der Weg für eine positive Entscheidung frei sei.
Bereits am 13.08. reichten wir alle Unterlagen ein, damit die Stadt genügend
Zeit zur Prüfung habe. Erst nach telefonischer Rückfrage erhielten wir
mündlich die Absage. Hauptgrund: Die von Herrn Langeheine wortwörtlich als
nicht transparent empfundene Rechtsform der GmbH & Co. KG. Langeheine habe
keine Lust, sich in der Folgezeit mit zwanzig Kommanditisten rumschlagen zu
müssen, die er alle überprüfen müsse.
Manfred Klose erachtet dies als Unverschämtheit. Zum einen ist in dieser
Aussage der Vorwurf impliziert, er werde als Geschäftsführer zukünftig für
Personen den Kopf hinhalten, die dies nicht wert seien. Ferner hatte er ja
bereits im März ganz genau angekündigt, was geplant sei. Bereits damals
hätte die Stadt signalisieren können, daß ihr die Rechtsform nicht genehm
ist. Ganz einmal davon abgesehen, daß es in Deutschland immer hin noch die
Gewerbefreiheit gibt. Reine Schikane ist außerdem die Tatsache, daß
Langeheine Klose empfahl, das Veranstaltungszentrum im Rahmen eines
Einzelgewerbes zu betreiben, für das natürlich noch einmal alle Unterlagen
eingereicht werden müßten! Zum einen hatte Klose im März im Rahmen eines
Einzelgewerbes alles beantragt, was ja abgelehnt worden ist, zum anderen
sind am 18. August 2002, also genau einen Tag vor der lange
hinausgeschobenen Entscheidung der Stadt, alle damals eingereichten
Unterlagen verjährt!
Im Rahmen eines Telefonats wurde versucht, darzulegen, daß aufgrund
eindeutiger Regeln in den Gesellschafterverträgen sichergestellt sei, daß
die von Langeheine vorgetragenen Bedenken unbegründet seien. Langeheine lies
sich dies noch nicht einmal erläutern!
Es bleibt offen, wieviel Schaden die Stadt Peine noch verursachen möchte.
Durch die Schließung des Orbit ist Klose auf seinen Mietforderungen sitzen
geblieben, nun investieren wir jede Menge Zeit und Geld in eine Gründung,
bringen alle teuren Registerauszüge bereits zum zweiten Mal bei,
beschäftigen Berater, Notare und Steuerberater, haben im Lager seit fast 9
Monaten die komplette Ausstattung für eine Discothek liegen, die kein Geld
erwirtschaftet und sollen alles ein drittes Mal einreichen, ohne die
Garantie, daß trotz korrekter Unterlagen nicht angeblich schon wieder irgend
etwas gegen die Erteilung der Konzession spricht.
Noch mehr resignieren dürfte allerdings der Eigentümer des Objektes, der im
Prinzip dadurch eine unvermietbare Immobilie besitzt, daß die Stadt Peine
auf Zeit spielt. Herr Langeheine hat bereits zweimal telefonisch gesagt, er
wünsche eigentlich gar keine Discothek mehr in diesem Objekt. Fakt ist aber,
daß das damalige A2-Zwangsversteigerungsverfahren eindeutig ein
Discothekenobjekt zum Inhalt hatte. De jure hat der Ersteigerer folglich das
unbestreitbare Recht dort eine Discothek betreiben zu lassen. Praktisch zu
verhindern ist dies nur durch Verzögerungstaktik; und eine solche wird von
der Stadt Peine, wie dargelegt, verfolgt.
Uns ärgert, daß wir zu unseriös anmutenden Handlungen gezwungen werden.
Aufgrund der in Aussicht gestellten Erteilung der Erlaubnis haben wir
bereits Gespräche mit Lieferanten und Handwerkern geführt. Ferner
Vorabwerbung initiiert, um zur Eröffnung einen möglichst geringen
Werbevorlauf zu haben. Veranstaltungen sind ebenfalls schon geplant. Noch
viel schlimmer ist aber die Situation für vier Langzeitarbeitslose. Diese
sollten dauerhaft für die verschiedensten Aufgaben angestellt werden. Ferner
sind natürlich jede Menge Teilzeitkräfte eingeplant. So würden im ersten
Schritt 16, später über 20 Personen zu "Lohn und Brot" kommen. Daß das
Konzept eines Veranstaltungszentrums aufgehen wird, davon sind wir
überzeugt, schließlich hat Peine gerade nach der Schließung des "East Site"
viel Potential.
Wir sind nicht mehr bereit, so weiter zu arbeiten und erwarten die umgehende
Erteilung der Konzession, alle gesetzlich geforderten Unterlagen liegen bei
der Stadt. Einzig fehlt ein Mietvertrag, dieser ist aber aufgrund des guten
Verhältnisses zum Eigentümer innerhalb weniger Stunden rechtskräftig
aufgesetzt.
Die Stadt Peine muß sich nun überlegen, ob sie sich den berechtigten
Vorwürfen weiter aussetzen will, sie verhindere Arbeitsplätze, blockiere
Existenzgründungen, schädige Eigentumsverhältnisse, schikaniere nachweislich
unbescholtene Geschäftsleute, gefährde ihren Haushalt und die Jugendlichen
Peines, die vorerst auswärts feiern müssen.
Einzig erklärbar ist dieses Verhalten aufgrund einer möglichen Angst vor
öffentlichen Diskussionen vor der Bundestagswahl. Dabei wird leider
vergessen, daß auch junge Menschen wählen gehen und manch junggebliebener
Peiner auch gerne einmal wieder in seiner Stadt angemessen ausgehen möchte.
Sicherlich werden sich jetzt auch diese Stimmen noch sachlich zu Wort
melden.
gez. Manfred
Klose / gez. Tom Wonschik
02.09.2002
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