Streetparade ravt durch Zürich

 

ZÜRICH – Der strömende Regen hat seinen Tribut gefordert: Statt der erwarteten Million haben nur rund 650000 Raver an der 11. Streetparade teilgenommen.
 
Die Zürcher Technowelt hielt Petrus in den letzten zehn Jahren stets für einen der ihren, 2002 gibt es daran jedoch berechtigte Zweifel. Bei nasskalter Witterung setzte sich kurz vor 15.30 Uhr am Mythenquai der Technotross mit den 30 Love-Mobiles in Bewegung.

Vor einem Jahr nahmen rund eine Million Menschen an Europas grösstem Techno-Event statt; dieses Jahr, an der 11. Street Parade, waren es nach Angaben der Veranstalter 650 000. Ähnlich viele waren es an der diesjährigen Love Parade in München gewesen, die ebenfalls bei Regen stattfand und unter massivem Zuschauerschwund litt.

Einen neuen Rekord gab es in Zürich dafür beim Wetter. Noch nie war es an einer Street Parade so herbstlich kühl (17 Grad), und noch nie gab es Dauerregen. Nur einmal mussten bisher die sonnenverwöhnten Veranstalter der Street Parade einige Regentropfen hinnehmen – in den Anfängen 1992.

Die Raverinnen und Raver auf den Sattelschleppern und dazwischen trotzen dem diesjährigen Wetterpech und demonstrieren zu den hämmernden Beats der elektronischen Musik ihr Technoglück. Von den Love-Mobiles schleuderten bis zu 100 000 Watt Techno-, House-, Hardcore- oder Trance-Sound in die Menge.

Für das Ohr war es wie gewohnt, das Auge kam jedoch 2002 zu kurz. Schrille Outfits wurden hinter Pellerinen und unter Regenschirmen versteckt. Gestyltes Haar litt unter dem Wassersegen. Gleiches galt für das Bodypainting, das den Ravern teils heruntertropfte. Das kompensierten die Technoiden auf den Love-Mobiles, die unter schützenden Dächern mit viel nackter Haut abtanzten – wie eh und je.

Die zahlreich aus dem Ausland angereisten Technofreunde nahmen es gelassen. Rund ein Drittel stammen jeweils aus Deutschland. «In Zürich gehts uns immer bestens, auch wenn das Wetter bescheiden ist», sagte ein Raver aus Augsburg, der hoffte, dass seine Theaterschminke im Gesicht durchhalte. Seine Partnerin im Bikini hoffte, dass sie selber durchhalte und setzte auf wärmenden Tanz.

Für die Organisatoren brachte der Regen Sondereinsätze. So mussten am Morgen diverse Love-Mobiles noch mit Dächern versehen werden, entlang der knapp vier Kilometer langen Route über die Quaibrücke zum Zürichhorn mussten zahlreiche elektronische Geräte verpackt werden, um Stromausfälle und zu vermeiden, wie Street Parade-Mediensprecher Stefan Epli sagte.

Das 1,2 Millionen-Budget sei trotz der Regenparade nicht gefährdet, so Epli. Zwar sei mit deutlich weniger Abgaben von den Verkaufsständen zu rechnen, die Street Parade sei aber dank den Sponsoren jeweils schon vor der eigentlichen Parade finanziert. Weniger Freude hatten die zahlreichen Betreiber von Getränkeständen, die ihre grösste Flaute erlebten.

Quelle:  Blick / Schweiz

 

Streetparade wurde zur Schläger-Parade

Zürich - Die Zürcher Streetparade wurde von einer Horde von angereisten Basler Fussballfans empfindlich gestört. Im Bereich des Zürcher Hauptbahnhofs kam es am Samstag gegen 17 Uhr zu wüsten Schlägereien. Blut floss, Menschen rannten. Hunderte mussten vor dem gewalttätigen Basler Mob flüchten. Die Zürcher Polizei ging mit starken Einsatzkräften dazwischen.

Mehrere hundert Basler Fussballfans nutzten offenbar die Streetparade für eine Schlägerparade. Die mit der Bahn angereisten Basler griffen schon im Zürcher Hauptbahnhof wahllos Menschen an. Sie mischten sich ausserhalb des Bahnhof unter die Raver und zettelten Schlägereien an. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen, bei dem zahlreiche Menschen verletzt wurden.

Im Niederdorf nahmen rund 20 randalierende Basler eine Beiz förmlich auseinander.

Erst nachdem die Zürcher Polizei mit starken Kräften einschritt, konnten die gewaltbereiten Fussballfans zurückgedrängt werden.

Quelle:  News / CH

 

 
     

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